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# 2

Titel: Jack und der Tod III (Und es wird immer einfallsreicher. :DD)
Fandom: Fluch der Karibik, Scheibenwelt / Ein gutes Omen, sowie zwei weitere Fandoms, von denen eines wahrscheinlich ziemlich eindeutig ist und das andere nur in einem Nebensatz erwähnt wird. Da sie für die Handlung aber keinerlei Bedeutung haben, führe ich sie hier nicht extra an (aber vielleicht erratet ihr sie ja trotzdem x3).
Personen: Jack, Tod, Rattentod, Rincewind, Truhe
Warnungen: Multi-Crossover, crack, kein Death (yay!), übermäßiger Einsatz von Kursivschrift, crack, gen, schlechter Humor... und erwähnte ich schon crack? :D
Wörter: 3500
Disclaimer: Alle auftretenden Scheibenweltcharaktere sind geistiges Eigentum von Terry Pratchett, Jack Sparrow gehört leider auch nicht mir (aber ich arbeite daran <+>____<+>) und der Rest wird vermutlich von Tim Burton beansprucht.
Widmung: wie immer Aku ^^ (auch wenn dieses Mal niemand stirbt... verzeih mir ;__;)
Kommentar:
Die Fortsetzung von Teil 1 und Teil 2 (auch wenn sie inhaltlich nicht viel mit den Vorgängern zu tun hat ^^).

Auf Wunsch mehrerer einzelner Damen ist es dieses Mal Jack, der einen Betriebsausflug in eine andere Welt macht. Das Hauptfandom ist in diesem Teil die Scheibenwelt; Vorkenntnisse wären darum sicher von Vorteil - wenn auch nicht unbedingt nötig, denke ich. ^^
Wenn irgendetwas jedenfalls überhaupt GAR keinen Sinn machen sollte, schiebt es einfach auf die verdrehte Logik der Scheibenwelt. Dort ist alles möglich. ^__^

Eine Erklärung der Himmelsrichtungen auf der Scheibenwelt findet ihr hier. =)

Falls es noch weitere Fragen gibt, tut euch bitte keinen Zwang an und löchert mich. Ansonsten wünsche ich viel Spaß beim Lesen. ^_^



Die Sonne schien hell und warm vom wolkenlosen Himmel herab.
Gemächlich warfen sich die Wellen an das Ufer der kleinen Insel, und ebenso träge floss das Wasser wieder in den Ozean zurück. Der breite Strand war weiß wie Schnee, sein Sand nicht zu heiß und wohlig weich unter den Füßen. Aus dem nahen Urwald drang hin und wieder das Krächzen eines exotischen Vogels, doch ansonsten war es angenehm ruhig.
Kurzum – es war ein perfekter Tag.
Wie jeden Tag.
Lange hatte er nach einer Insel wie dieser gesucht und sie nach vielen Enttäuschungen und einer schier endlosen Irrfahrt über die Meere endlich entdeckt. Sie war auf keiner Karte verzeichnet, was vor allem der Tatsache zu verdanken war, dass sie sich zum Großteil in einer anderen Dimension befand. Doch da es solch eine Perfektion in seiner eigenen Welt nicht gab, musste er sich mit diesem Umstand abfinden.
Nicht, dass er vorgehabt hätte, jemals in seine Dimension zurückzukehren... er war ja nicht verrückt.
Gähnend streckte er die Arme über den Kopf und schmatzte leise, bevor er die Beine über den Rand seiner Hängematte schwang und hinaushüpfte. Barfuss schlurfte er zu der kleinen, mehr schlecht als recht zusammengezimmerten Hütte hinüber, die sich an einen der Ausläufer des nahen Berges schmiegte.
Auf einem wackeligen Tisch lagen ein paar Kokosnüsse, in die er mühselig Löcher gebohrt hatte, um an das süße Kokoswasser darin zu gelangen. Er nahm eine Frucht an sich, bevor er sich wieder auf den Weg nach draußen machte. Am Eingang der Hütte hielt er jedoch inne und sah einen Moment lang nachdenklich auf die Kokosnuss hinab. Irgendetwas fehlte.
Er machte noch einmal kehrt und kramte in einer Truhe, die neben dem Tisch stand.
„Wo habe ich sie bloß hingetan...“, murmelte er und wühlte mit der freien Hand immer tiefer in der Kiste herum, bis er fast bis zur Schulter darin stecke – was jedem Beobachter merkwürdig vorgekommen wäre, da die Truhe dem Mann gerade mal bis zu den Knien reichte und von ihren Maßen her keineswegs den Eindruck erweckte, als könnte man einen Arm tiefer als bis zum Ellenbogen darin versenken. Doch dem geduldigen Beobachter wäre nach einer Weile auch aufgefallen, dass ihr Deckel hin und wieder träge nach Fliegen schnappte, eine Eigenart, die mit Sicherheit nicht charakteristisch für die durchschnittliche Kleidertruhe war. Und er hätte spätestens dann aufgehört, sich zu wundern, wenn er bemerkt hätte, dass die vielen kleinen Füßchen an ihrer Unterseite so ziemlich allem dienten, nur nicht der Dekoration.
„Ha! Da sind sie ja!“
Endlich war der Mann fündig geworden.
Er zog den Arm aus der Truhe und holte eine flache Pappschachtel hervor, die er vorsichtig auf den Tisch stellte. Vorsichtig öffnete er sie und einen Moment später zierten die Kokosnuss in seiner Hand ein gelber Strohhalm und ein kleines, blaues Pappschirmchen.
Mit verträumtem Lächeln sah er seine Kreation an.
Ja, es war in der Tat ein perfekter Tag.
Auf dem Weg zurück zur Hängematte ließ er die Augen über die Insel – seine Insel! – und den menschenleeren Strand schweifen...
... an dem gerade etwas angespült wurde, das definitiv nicht an diesen Ort gehörte.
„Das kann doch nicht...!“
Wütend rammte er die Kokosnuss neben der Hängematte in den Sand, bevor er die Ärmel hochkrempelte und hinunter zum Wasser stapfte.



Er hatte furchtbaren Durst.
Und Kopfschmerzen. Und das Gefühl, stundenlang mit einem Knüppel grün und blau geprügelt worden zu sein. Doch dafür befand er sich nicht auf dem Grund des Meeres, was wahrscheinlich der einzig positive Aspekt seines Zusammentreffens mit dem Wirbelsturm war.
Ächzend rollte sich Jack auf den Bauch und stemmte sich hoch.
Er sah... einen weißen Strand. Auf der Anhöhe Buschwerk und vereinzelt Palmen. Dahinter ein Meer von Bäumen. Ein Stück weiter im Landesinneren einen Berg, der in den Himmel emporragte und seinen Schatten auf den Dschungel warf...
„Hey, du da! Das ist meine einsame Insel, hast du verstanden? Such dir gefälligst selbst eine!“
... und einen Mann, der in vollem Tempo auf ihn zuhielt, den langen Bart unter den Gürtel geklemmt und mit einem schäbigen Hut auf dem Kopf, auf den das Wort „Zaubberer“ gestickt war.
„Was ist das denn für einer?“, murmelte Jack stirnrunzelnd, in der Erwartung, von einem seiner beiden Begleiter aufgeklärt zu werden. Doch zum ersten Mal seit langer Zeit schwiegen die Stimmen.
„... hallo?“, fragte er leise. Die ungewohnte Stille irritierte ihn.
Und abermals blieb eine Antwort aus.
In Panik sprang Jack auf und drehte sich einmal um die eigene Achse.
„Hey! Jetzt sagt doch endlich was!“, rief er und wedelte dabei mit den Armen.
„Haaalloooo~!“



Rincewinds Schritte verlangsamten sich, als er den Fremden laut brüllend über den Strand springen sah, und er hielt es für eine gute Idee, erst einmal in sicherer Entfernung stehen zu bleiben und ihn zu beobachten.
Der andere Mann zeigte die gleichen Eigenschaften wie einer von Rincewinds ehemaligen Kommilitonen, der bei einem Ausflug in die Tiefen der Bibliothek der Unsichtbaren Universität ein paar Wochen zu lange der hohen magischen Strahlung des Ortes ausgesetzt gewesen war und nach seiner Rückkehr steif und fest behauptet hatte, sich in Begleitung einer schönen, jungen – und nebenbei nackten – Frau zu befinden. Doch die Stelle neben ihm, auf die er dabei gezeigt hatte, war leer gewesen und die junge Dame nichts als ein Hirngespinst.
Da seine Unterhaltungen mit ihr aber kein Ende nehmen wollten, beschloss man schließlich, ihn zurück in die Bibliothek zu schicken, in der Hoffnung, er möge dort wieder von seiner Krankheit geheilt werden. Rincewind hatte anschließend nie wieder etwas von ihm gehört.
„Hey, du da!“ Die Stimme des Fremden riss ihn aus den Gedanken und als der Zauberer aufblickte sah er den anderen auf sich zutaumeln.
„Hast du vielleicht zwei Stimmen gehört?“
„Stimmen?“, fragte Rincewind vorsichtig.
„Ja, Stimmen! Sie sehen aus wie ich, nur ein bisschen kleiner. Äußerst geschwätzig und nicht zu überhören!“
„Sie sehen aus...?“
Der Fremde verdrehte die Augen.
„Rede ich vielleicht Hindi oder wieso sprichst du mir alles nach...?“
Der Zauberer seufzte erleichtert auf.
Wahnsinn gekoppelt mit der Annahme, bei klarem Verstand zu sein.
Damit kannte er sich aus. Oh ja.
„Ach so, ja, ja, die Stimmen... die habe ich vorhin im Wald verschwinden sehen“, entgegnete er.
„Tatsächlich?“, fragte der andere misstrauisch.
„Ja. Äh... ich glaube, sie hatten was Wichtiges zu besprechend“, beeilte sich Rincewind fortzufahren. „Äußerst dringend. Könnte eine Weile dauern...“
Er beäugte das Schwert des anderen Mannes, der mittlerweile näher an ihn herangetreten war, als ihm lieb war. „Hör mal, könntest du deine Waffe vielleicht wieder wegstecken? Außer mir ist hier niemand weiter, und spitze Gegenstände machen mich nervös...“
Der Fremde starrte einen Moment lang auf die Klinge und kam dann der Bitte nach.
Erleichtert seufzte Rincewind auf.
„Danke... ähm... Herr-?“
„Captain Jack Sparrow“, verriet ihm der andere großzügig seinen Namen.
„... Herr Sparrow. Freut mich sehr. Mein Name ist Rincewind...“
„Nein, nein, Captain Sparrow! Ist das denn so schwer zu begreifen?”
Ungehalten zwirbelte Sparrow seinen Schnurrbart.
„Captain Sparrow“, wiederholte der Zauberer hastig. „Natürlich, natürlich!“
Er sah nirgendwo eine Crew oder gar ein Schiff, doch er hielt es für eine gute Idee, nicht danach zu fragen.
‚Behandle Wahnsinnige nie so, als wären sie wahnsinnig, sonst könnten sie merken, dass sie wahnsinnig sind. Und in Kombination mit scharfen Gegenständen kann dies für alle Anwesenden eine gefährliche Erkenntnis sein.’
Rincewind beschloss, sich an den Ratschlag seines ehemaligen Professors zu halten und wechselte schnell das Thema.
„Und du, äh, bist Pirat...?“
Doch Sparrow schien ihm nicht zuzuhören. Stattdessen drehte er sich weg und sah über das Meer.
„Wo sind wir hier?“, fragte er. „Das sieht mir nicht nach Kuba aus...“
„Diese Insel liegt randwärts“, erklärte der Zauberer. „Ziemlich weit draußen und nur schwer zu finden, wenn man nicht genau weiß, wonach man sucht.“
„Randwärts?“ Der Pirat sah ihn an, als hätte er es mit einem Geisteskranken zu tun.
„Wovon redest du, Mann?“
„Äh... na ja, eben in der Nähe vom Rand der großen Scheibe, auf der wir uns-“
Er sah den Ausdruck auf Sparrows Gesicht und stockte. „Äh... du bist nicht von hier, oder?“
„Was glaubst du?“
Jetzt war es an Rincewind, verwirrt zu sein.
„Was tust du dann hier?“, fragte er. „Ich habe alle Paralleldimensionen dieses Ortes überprüft, und in keiner davon leben Wesen, deren magische Fähigkeiten ausreichen, diese Insel zu finden! Du dürftest gar nicht hier sein!“
„Paralleldimensionen?“
Der Pirat starrte ihn einen Moment lang ungläubig an und begann dann laut zu lachen.
„Und ich dachte schon, ich wäre verrückt...!“
Immer noch lachend kramte er ein kleines Kästchen aus seiner Tasche hervor und warf es dem Zauberer zu, der es ungeschickt auffing.
„Ich habe das Paradies gesucht, und dann hat er mich hergeführt.“
Es war ein Kompass, wie Rincewind erkannte, als er den Deckel aufklappte. Seine Nadel drehte sich allerdings wild im Kreis, anstatt einen festen Punkt anzuvisieren. Der Zauberer schüttelte ihn kurz, doch er musste kaputt sein, denn sie blieb einfach nicht stehen.
„Willst du mich veralbern?“, fragte er. „Das Ding funktioniert überhaupt nicht...!“
Plötzlich stand die Nadel still.
Überrascht blickte Rincewind auf und sah in die Richtung, in die sie zeigte – von ihm weg, hinaus aufs offene Meer.
„Dorthin? Aber das ist drehwärts... und da ist im Umkreis von fünfhundert Meilen nur Wasser!“
DER KOMPASS ZEIGT DEN ORT AN, AN DEN DU DICH AM MEISTEN WÜNSCHST. WAS FÜR GEWÖHNLICH DAS GEGENTEIL VON DEM ORT IST, AN DEM DU GERADE NICHT SEIN MÖCHTEST.
Rincewind starrte wieder auf den Kompass. Wenn man die Position der Nadel gedanklich in die entgegengesetzte Richtung verlängerte... stieß man wahrscheinlich auf denjenigen, der eben mit hohler Stimme zu ihm gesprochen hatte.
Er wirbelte herum.



Jack versuchte, nicht in Panik zu geraten – was nicht ganz einfach war, wenn man dem Tod ins Gesicht blickte.
Das riesige Skelett sah aus wie immer, sah man einmal von den Sandalen an den Knochenfüßen und dem Handtuch über der Schulter ab. Seine blau glühenden Augen musterten die beiden entsetzten Männer mit einem Hauch von Belustigung.
DU SIEHST BLASS AUS, CAPTAIN SPARROW, sagte Tod. GEHT ES DIR NICHT GUT?
„Ist das Ende der Welt nahe?“, fragte der Pirat misstrauisch.
WIE BITTE?
„Oder kommt gerade eine gigantische Flutwelle auf diese Insel zu?“
ICH VERSTEHE NICHT GANZ, WORAUF DU HINAUSWILLST, CAPTAIN SPARROW.
„Schwebe ich in Lebensgefahr?“, rief Jack schließlich ungeduldig aus.
NICHT, DASS ICH WÜSSTE, entgegnete Tod und fügte, als der Pirat erneut den Mund öffnete, hinzu: UND DER ZAUBERER AUCH NICHT, FALLS DAS DEINE NÄCHSTE FRAGE IST.
„Ja, aber... was hast du dann hier zu suchen?“, mischte sich nun Rincewind ein, der seinen Schock endlich überwunden zu haben schien.
ICH MACHE URLAUB, sagte das Skelett und grinste. Natürlich grinste es immer, schließlich ließ ihm die Form seines Schädels keine andere Wahl, doch beide Männer hätten schwören können, dass dieses Grinsen breiter war, als es für gewöhnlich der Fall war.
„Urlaub?!“
MIR STEHEN LAUT ARBEITSVERTRAG SIEBEN TAGE URLAUB PRO JAHRZEHNT ZU, erklärte Tod. ICH DACHTE, DIES WÄRE EIN NETTER ORT, UM DIE FREIE ZEIT ZU GENIESSEN.
„Der Tod macht Urlaub...?“ Ein irres Funkeln begann in Rincewinds Augen zu leuchten.
Doch Jack, der sich mit der Erklärung des Skelettes zufrieden gab, fand eine andere Sache weitaus faszinierender.
„Wozu benötigt jemand wie du ein Handtuch?“, fragte er.
„Urlaub...“, murmelte der Zauberer.
ICH TRAF EINMAL EINEN MANN, DER MEINTE, DASS MAN AUF REISEN STETS EIN HANDTUCH DABEIHABEN SOLLTE, entgegnete Tod. ES WAR EIN SEHR WEISER RATSCHLAG, WIE ICH MITTLERWEILE FESTGESTELLT HABE, DENN ES IST IN DER TAT VIELFÄLTIG EINSETZBAR.
Er nahm das Handtuch von der Schulter, das mehrmals gefaltet war, und öffnete es behutsam. Darin eingewickelt befand sich eine schwarze Ratte, die offenbar geschlafen hatte, und nun im hellen Licht der Sonne leise quiekte.
„... Tod im Urlaub...“, sagte der Zauberer, der seine Umgebung nicht mehr zu bemerken schien. Langsam torkelte er über den Strand davon, wobei er hin und wieder ein kurzes, hysterisches Lachen von sich gab.
Doch Jack schenkte ihm keine Beachtung.
Stattdessen betrachtete er fasziniert die Ratte, die sich nun auf den Rücken drehte... und als winziges Skelett mit schwarzem Umhang entpuppte, der wie eine Miniaturausgabe von dem des Menschentods aussah.
QUIEK?
„Was ist das?“, fragte der Pirat und stupste das kleine Wesen mit dem Finger an. Sofort schnappte es mit den Zähnchen nach ihm.
DAS IST DER RATTENTOD, stellte Tod seinen winzigen Begleiter vor, der hurtig vom Handtuch über seinen Arm und auf die Schulter des Skelettes krabbelte.
QUIEK!
„Ratten haben ihren eigenen Tod?“ Jack beäugte das kleine Skelett misstrauisch, während er geistesabwesend an seinem blutenden Finger lutschte. „Das ist interessant...“
DU WÄRST ÜBERRASCHT WENN DU WÜSSTEST, WELCHE LEBEWESEN NOCH EINEN EIGENEN TOD HABEN, sagte Tod. MOMENTAN WIRD AN HÖHERER STELLE SOGAR DARÜBER BERATEN, OB AUCH PIRATEN IHREN TOD BEKOMMEN SOLLEN.
„Wieso das?“ Jack hob überrascht die Brauen.
WEIL IHR EINE SEHR UNGEWÖHNLICHE SPEZIES SEID, CAPTAIN SPARROW, erläuterte das Skelett. EUER FÜR MENSCHEN AUSSERORDENTLICH STARK AUSGEPRÄGTER ÜBERMUT FÜHRT HÄUFIG DAZU, DASS IHR DIE BEGEGNUNG MIT DEM TOD NICHT RICHTIG ERNST NEHMT. DARUM SOLLT IHR IN ZUKUNFT ETWAS BEKOMMEN, DAS EUCH IM FALLE EURES ABLEBENS MEHR EINSCHÜCHTERT, SO DASS IHR AUCH TATSÄCHLICH TOT BLEIBT.
QUIEK,
machte der Rattentod, und Jack konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine gewisse Schadenfreude in dieser einen Silbe lag.
„Aber warum der Aufwand?“, fragte der Pirat verwirrt. „Außer mir hat es doch noch nie jemand nach seinem Tod wieder zurück in die Welt der Lebenden geschafft!“
EHRLICH GESAGT HAT MAN DABEI SPEZIELL AN DICH GEDACHT, CAPTAIN SPARROW, sagte Tod.
„Was...?“
Jack starrte ihn mit offenem Mund an, als die Bedeutung dieser Worte zu ihm durchsickerte.
„... Moment. Heißt das, ich soll meinen eigenen Tod bekommen?!“
SO IST ES. Das Skelett nickte ruckartig, wobei Teile von ihm klapperten, und fuhr dann fröhlich fort: DU MUSST WISSEN, DASS DIES EINE EHRE IST, DIE NUR WENIGEN JEMALS ZUTEIL WIRD.
„Das ist witzig, weißt du, denn ich freue mich kein bisschen darüber.“
Jack spürte, wie allmählich das gleiche irre Grinsen auf sein Gesicht schlich, wie zuvor schon bei dem Zauberer.
ICH HABE FAST MIT DIESER ANTWORT GERECHNET, entgegnete Tod nur, bevor er sich das Handtuch über die freie Schulter schwang. ABER NOCH IST NICHT ENTSCHIEDEN, WIE DEIN PERSÖNLICHER TOD AUSSEHEN SOLL UND OB DU TATSÄCHLICH EINEN BEKOMMST. DOCH FÜR DEN FALL, DASS WIR UNS NICHT MEHR WIEDERSEHEN SOLLTEN, WÜNSCHE ICH DIR EIN ANGENEHMES RESTLEBEN.
„Äh...“, machte Jack verwirrt. „Danke.“
NUN DENN...
Das Skelett streckte die Hand aus und eine riesige Sense materialisierte sich plötzlich darin.
BEDAUERLICHERWEISE WAR DIES MEIN LETZTER URLAUBSTAG, fuhr Tod fort. DIE ARBEIT RUFT.
QUIEK! Auch der Rattentod hatte plötzlich eine winzige Sense in der knochigen Pfote.
Tod schwang die Sense mehrmals vor sich hin und her, und plötzlich... war ein rechteckiges Loch in der Luft. Seine Ränder flimmerten und dahinter gähnte nichts als Schwärze. Jack hätte jedoch schwören können, einen Moment lang den Umriss eines Pferdes in der Dunkelheit zu sehen.
DEINE BEIDEN BEGLEITER BEFINDEN SICH ÜBRIGENS NICHT AUF DIESER INSEL, sagte Tod. DIE STARKE MAGIE UND DER WAHNSINN, DER BEREITS VON GRUND AUF IN DIESER WELT HERRSCHT, HAT SIE AM ÜBERGANG GEHINDERT. DOCH VERMUTLICH WARTEN SIE JENSEITS DER GRENZE AUF DICH.
„Aber wie komme ich in meine Welt zurück?“, rief Jack und zog verzweifelt an seinen Haaren.
ICH BIN MIR SICHER, DU FINDEST EINEN WEG, CAPTAIN SPARROW, entgegnete das Skelett nur. Dann trat es durch das Tor in die Finsternis, und der Durchgang schrumpfte hinter ihm zusammen, bis nur noch ein leichtes Flimmern der Luft an ihn erinnerte.
Jack starrte die Stelle an, an der eben noch der personifizierte Tod gestanden hatte, und ließ sich das Gespräch noch einmal durch den Kopf an.
„... das ist doch verrückt“, murmelte er schließlich und schüttelte den Kopf.
Dann setzte er sich langsam in Bewegung, wobei er instinktiv die Richtung wählte, in die der Zauberer verschwunden war. Auf halbem Weg entdeckte er seinen Kompass, den der andere bei seiner Flucht fallengelassen haben musste, und hob ihn auf. Er klappte ohne große Hoffnung den Deckel auf, da er annahm, die Nadel würde sich wie wild im Kreis drehen.
Doch zu seiner Überraschung zeigte sie ins Landesinnere.
Er folgte dem Kompass, und als er nach einer Weile die ersten Palmen erreicht hatte, entdeckte er eine kleine Hütte, in der der Zauberer hausen musste, da seine Fußspuren auf sie zuführten. Die Nadel zeigte direkt auf den Eingang.
Zögernd trat Jack näher. Ob dieser Verrückte in der Nähe war?
„Hallo? Ist da jemand...?“, rief er und lauschte in die Stille.
Doch da keine Antwort ertönte, zuckte er schließlich nur mit den Schultern und trat ein.
Die Hütte war leer bis auf einen wackeligen Tisch, auf dem ein paar Kokosnüsse lagen, und einer großen Holztruhe, die an der Wand stand.
Jack sah stirnrunzelnd auf den Kompass in seiner Hand. Plötzlich schlug die Nadel aus und drehte sich mal hierhin, mal dorthin, wie ein Hund, der Witterung aufnahm. Doch dann hielt sie wieder still und zeigte... auf die Truhe.
Jacks Augen verengten sich, als er auf sie zutrat.
Aus irgendeinem Grund hatte er das Gefühl, als würde die Truhe ihn anstarren – was aufgrund fehlender Augen natürlich ganz und gar unmöglich war. Dennoch hatte sie etwas Beunruhigendes an sich... Sie wirkte mehr wie ein lauerndes Tier, als wie ein Möbelstück.
Langsam ging Jack vor ihr in die Hocke und streckte nach kurzem Zögern die Hand aus, um den Deckel aufzuklappen.
Fast erwartete er, eine Reihe von Zähnen und eine mahagonifarbene Zunge zu sehen, doch stattdessen fiel sein Blick auf eine Reihe von Treppenstufen, die steil nach unten führten.
Jack begann zu grinsen. Das war ja fast schon ZU einfach...!
Ohne lange nachzudenken stopfte er den Kompass zurück in die Tasche und machte einen Schritt über den Rand der Truhe, bevor er vorsichtig die Stufen hinabstieg.



Kaum war das Geräusch seiner Schritte in der Tiefe verhallt, klappte der Deckel der Truhe zu.
Einen Moment lang herrschte Stille, dann steckte plötzlich der Zauberer seinen Kopf durch die Tür.
„Wo ist-?“
Er stockte, als er die Zunge erblickte, die gerade genüsslich über den Rand der Truhe leckte.
Rincewind gab ein missbilligendes Geräusch von sich und trat in die Hütte.
„Habe ich dir nicht gesagt, dass du keine Unschuldigen mehr fressen sollst?“, zeterte er und stemmte die Hände in die Hüften.
Betreten scharrte die Truhe mit den Füßen und knarrte leise.
„Was soll das heißen, du hast ihn nur weggeschickt?“, wollte der Zauberer wissen.
Die Truhe gab erneut ein Knarren von sich und erzitterte dann leicht – das Äquivalent eines Achselzuckens.
„... ich verstehe“, sagte Rincewind nachdenklich. „Und wo ist er jetzt...?“



„Aufwachen, Chef! Ich glaube, wir sind da!“, wurde Jack am Morgen von einer Stimme an seinem Ohr geweckt.
Erschrocken fuhr er aus dem Schlaf hoch und stieß prompt mit dem Kopf an einen der niedrigen Holzbalken im Frachtraum des Schiffes. Während er sich leise fluchend den Schädel rieb, schaffte er es nur mit Mühe, seine Ungeduld zu zügeln und abzuwarten, bis das Geräusch von Schritten über ihm verklungen war.
Seitdem er einen Tag zuvor aus einem der Fässer geklettert war, fuhr er als blinder Passagier an Bord des Schiffes mit. Seine Verwunderung darüber, dass der Weg, der ihn hergeführt hatte, kurz darauf wieder verschwunden war, und das Fass statt einer Treppe nur noch Pökelfleisch enthielt, hielt nicht sehr lange an, als er kurz nach seiner Ankunft plötzlich zwei vertraute Stimmen an seinem Ohr vernahm.
Seitdem war die Zeit wie im Flug vergangen, und Jack, der an den Geräuschen des Schiffes erkannt hatte, dass sie immer mehr an Fahrt verloren und die Reise bald ein Ende nehmen würde, hatte auf die nächstbeste Gelegenheit gewartet, um sich vom Schiff zu stehlen.
Endlich war es soweit, und kaum war es unter Deck still geworden, schlich Jack die Stufen hinauf, die ihn nach draußen führen würden.
Er hatte fast den Ausgang erreicht, als er auf einmal Schritte hörte.
„Rechts!“, zischte ihm eine der Stimmen zu und Jack duckte sich ohne Zögern hinter einen Schrank auf der rechten Seite des Ganges.
Keinen Augenblick zu früh – ein junger Mann stürmte aus einer Tür nur wenige Meter vor ihm und sah sich suchend um.
„Mister Todd, wo stecken Sie?“, rief er. „Mister Todd!“
Doch wen auch immer er suchte, er schien nicht in der Nähe zu sein, denn es kam keine Antwort. Der junge Mann wandte sich ab, um an Deck zu eilen.
„Mister Todd!“, rief er erneut, dann war er verschwunden.
Jack erhaschte kurz darauf noch einen flüchtigen Blick auf ihn und seinen Begleiter – einen dunkelhaarigen, finster dreinblickenden Mann – bevor er sich über die Reling des Schiffes schwang und sich auf den Weg in die Stadt machte. Der dichte Nebel, der vom Fluss aufstieg und durch die Gassen wogte, hatte das Schiff bald verschluckt.
„Wo sind wir?“, fragte die Stimme zu seiner Rechten, als Jack über eine der Brücken lief, die über den Fluss führten. Der Pirat antwortete nicht, doch als sich vor ihm nach und nach eine Reihe imposanter Gebäude aus dem Zwielicht schälte, die von einem großen Turm überragt wurden, verlangsamten sich seine Schritte.
„Ist es das, von dem ich denke, dass es das ist...?“, meldete sich die andere Stimme zu Wort.
Jack blieb im Schatten des Turmes stehen und seufzte.
„Ich befürchte, ja...“, murmelte er mit wenig Begeisterung.
„Na toll“, meinte die Stimme. „Ich hasse London.“


~ Ende ~

... vorläufig 8D



Tags: crack, fanfiction, fluch der karibik, gen, humor, multi-crossover, one-shot, scheibenwelt
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  • # 10

    Titel: The Last Children of Durin Kapitel: 1/1 Fandom: Der Hobbit (sowohl Film als auch Buch) Personen: Fíli, Kíli, Thorin, Dís Wörter: ~2000…

  • # 9

    Titel: When the Battle Is Over Kapitel: 1/1 Fandom: The Avengers (Movie!Verse) Personen: die üblichen Verdächtigen, aber hauptsächlich

  • # 8

    Titel: Nine Seconds Teil: 1/1 Fandom: Final Fantasy VII Personen: Tseng, Rufus, Reno Wörter: 1407 Warnungen: Gen, Humor, Crack...? Disclaimer:…

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